DIE VARIA AKU IM TEST - EINE ERNSTE KONKURRENZ?
Der noch junge Hersteller Varia hat sich in kurzer Zeit einen Namen unter Kaffeeliebhabern gemacht. Neben den beliebten Single-Dosing-Mühlen entwickelt Varia auch eine ganze Reihe hochwertiger Utensilien für die Zubereitung verschiedenster Brühmethoden. Mit der Varia AKU hat das Unternehmen nun eine Kaffeewaage auf den Markt gebracht, die nicht nur durch ihr präzises Messen überzeugt, sondern auch durch ihr durchdachtes Design und praktische Funktionen. In diesem Beitrag schauen wir uns die Waage genauer an und klären, warum sie für Baristas und ambitionierte Heimnutzer gleichermaßen interessant ist.
VERPACKUNG & ERSTER EINDRUCK
Schon beim Auspacken macht die Varia AKU einen hochwertigen Eindruck. Die Waage kommt in einem schlichten, weißen Karton, der bewusst zurückhaltend gestaltet ist – auf der Vorderseite prangt der Schriftzug „Varia AKU Electronic Scale“, auf der Rückseite finden sich die wichtigsten technischen Daten. Im Inneren ist alles platzsparend und ordentlich verstaut.
Zum Lieferumfang gehören neben der Waage selbst eine kompakte, englischsprachige Bedienungsanleitung, eine Silikonauflage zum Schutz der Oberfläche, ein 100-Gramm-Gewicht zur Kalibrierung, ein USB-C-Ladekabel sowie ein robustes Reisecase, in dem jedes Teil seinen festen Platz findet.
Einziger kleiner Wermutstropfen: Die Anleitung liegt nur in englischer Sprache bei. Das ist zwar inzwischen fast Standard, dennoch hätten wir uns eine deutsche Version gewünscht. Immerhin ist sie übersichtlich gestaltet und macht das Einrichten angenehm einfach.
DESIGN & VERARBEITUNG
Die Varia AKU überzeugt durch ihr schlichtes, modernes Design. Das Gehäuse besteht fast vollständig aus Aluminium und vermittelt sofort einen hochwertigen, robusten Eindruck. Mit ihren Maßen von 120 x 110 x 19 mm (ohne Silikonauflage) ist sie angenehm kompakt und passt problemlos auf jede Espressomaschine. Im Vergleich zur Konkurrenz fällt lediglich die etwas größere Höhe ins Auge – ein Detail, das im Alltag aber kaum stört.
Beim Gewicht bringt die Waage ohne Schutzauflage 279 Gramm auf die Waage. Damit ist sie schwerer als Modelle wie die Felicita Arc oder die Eureka Precisa, liegt aber minimal über der Acaia Lunar und dennoch unter der Timemore Black Mirror. Die mitgelieferte Silikonauflage ist 2 mm stark, wiegt 19 Gramm und sitzt passgenau auf der Oberfläche – etwas dünner als bei der Felicita Arc, aber mit sehr gutem Halt und zuverlässigem Schutz.
Auf der Rückseite finden sich ein manueller On/Off-Schalter sowie der USB-C-Anschluss zum Laden. Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern hat Varia diesen zusätzlich mit einer Silikonabdeckung versehen, sodass er vor Spritzwasser geschützt bleibt. Ein weiterer Pluspunkt: Die AKU wiegt bis zu einem Maximalgewicht von rund 3100 Gramm – und liegt damit über den meisten vergleichbaren Waagen in dieser Klasse.
Hier geht's zu den Konkurrenten Felicita Arc, Eureka Precisa, Acaia Lunar und Timemore.
TECHNISCHE DATEN & FUNKTIONEN
Die Varia AKU arbeitet bis zu einem Gewicht von 1999,9 Gramm mit einer Genauigkeit von 0,1 Gramm. Ab 2000 Gramm misst sie in Schritten von 1 Gramm weiter. Der integrierte Akku ist mit 1200 mAh solide ausgestattet und hat uns im Alltag sehr positiv überrascht: Laut Hersteller genügt eine zweistündige Ladezeit, um rund 300 Brühzyklen zu ermöglichen. In unserem Langzeittest lief die Waage über etwa 45 Tage bei täglicher Nutzung mit ein bis zwei Bezügen – und zeigte anschließend immer noch volle Kapazität (mindestens 80 %). Das beweist, wie energiesparend die AKU arbeitet.
In puncto Messgenauigkeit reagiert die Waage ab circa 0,3 Gramm zuverlässig in 0,1-Gramm-Schritten. Damit liegt sie zwischen der Acaia Lunar und der Felicita Arc (ab 0,1 g) sowie der Timemore Black Mirror und der Eureka Precisa (erst ab 0,5–0,6 g). Zusätzlich bietet die AKU vier verschiedene Wiegefunktionen und ist nach IPX5-Norm spritzwassergeschützt – ein beruhigender Vorteil für den Alltag, wenn doch einmal Wassertropfen oder Kaffeereste auf der Waage landen. Lediglich die Acaia Lunar und die Felicita Arc stellen fünf Modi zur Verfügung, was aber nicht zwingend ein Vorteil ist. Die günstigeren Modelle wie die Timemore Black Mirror oder die Eureka Precisa verzichten dagegen gänzlich auf verschiedene Wiegeprogramme.
Nun aber genug der technischen Details – höchste Zeit, die Waage einzuschalten und im Alltag zu testen.
STEUERUNG UND BEDIENUNG
Schon beim ersten Auspacken wirkt die Steuerung der Varia AKU erstaunlich vertraut. Die Steuerung ist nahezu exakt dieselbe als bei Acaia und Felicita und ist somit sehr vertraut, wenn man bereits Erfahrungen mit einer der anderen Waagen sammeln konnte.
Nach dem Einschalten durch längeres Drücken der „ON/OFF“-Taste startet die Waage mit einer kurzen Sequenz, in der alle Zahlen einmal durchlaufen. Von da an gestaltet sich die Bedienung sehr intuitiv: Ein kurzes Antippen derselben Taste setzt den manuellenTimer in Gang, ein weiterer Druck stoppt ihn, und mit erneutem Drücken läuft die Zeit einfach weiter. Wird die Taste bei angehaltenem Timer länger gehalten, springt die Anzeige wieder auf null. Ebenso unkompliziert ist die Tara-Funktion, die durch eine leichte Berührung der „T“-Taste ausgelöst wird.
Wer zwischen Maßeinheiten wechseln möchte, tippt diese Taste zweimal schnell hintereinander an und kann so zwischen Gramm und Unzen umschalten. Zum Ausschalten reicht ein Doppeltippen auf die „ON/OFF“-Taste, während ein längeres Gedrückthalten der „T“-Taste die verschiedenen Funktionsmodi der Waage durchschaltet.