FREDDO – ESPRESSO UND CAPPUCCINO EISKALT GENIEßEN
Es gibt Tage, da ist selbst der schönste Espresso einfach… zu heiß. In diesem Blogbeitrag erklären wir dir, wie du Espresso und Cappuccino auch wunderbar eiskalt zubereiten und genießen kannst.
Freddo - Eiskaffee modern gelebt
Draußen flimmert die Luft, die Lust auf Cappuccino oder Espresso ist groß nur der Gedanke an ein heißes Getränk bringt dich zusätzlich noch in Schwitzen. Wenn es nicht der klassische Eiskaffee mit fett Sahne und Vanilleeis sein soll, dann ist es Zeit Freddo. Wer schon einmal einen Sommer in Griechenland verbracht hat, ist ihm ziemlich sicher begegnet. In Cafés, an Strandbars, auf Fähren, in kleinen Gassen und natürlich in den Händen von Menschen, die erstaunlich entspannt aussehen, obwohl es weit über 30 Grad hat. Aber was genau ist ein Freddo eigentlich? Und noch wichtiger: Wie bekommst du diesen eiskalten Kaffeegenuss in dein eigenes Glas?
Erst mal wichtig: Freddo ist nicht gleich Eiskaffee. Beim klassischen deutschen Eiskaffee denken viele an Filterkaffee, Vanilleeis und eine ordentliche Portion Sahne. Kann man machen. Ist aber eine komplett andere Baustelle. Der griechische Freddo startet dort, wo wir uns besonders wohlfühlen: beim Espresso. Die Basis ist ein frisch zubereiteter Espresso ,meist ein doppelter, der anschließend mit Eis heruntergekühlt und je nach Variante weiterverarbeitet wird. Das Ergebnis ist intensiv, erfrischend und deutlich näher am klassischen Espresso-Geschmack als viele andere kalte Kaffeegetränke. Oder anders gesagt: Espresso hat Sommerurlaub gebucht.
Die zwei Stars: Freddo Espresso und Freddo Cappuccino
Wenn du in Griechenland „einen Freddo“ bestellst, solltest du dich für eine von zwei großen Varianten entscheiden.
Freddo Espresso: pur, kalt, stark
Der Freddo Espresso ist die schnörkellose Variante. Ein doppelter Espresso wird mit Eis kräftig heruntergekühlt und auf frische Eiswürfel gegossen. Je nach Zubereitung entsteht dabei eine feine, cremige Schaumschicht.
Geschmacklich bleibt der Espresso klar im Mittelpunkt. Deshalb lohnt sich hier eine Bohne mit Charakter: schokoladig, nussig und kräftig funktioniert wunderbar, aber auch fruchtigere Röstungen können als Freddo richtig spannend sein. Schau hier gerne für die passende Bohnen unseren Rubriken Schokoladige Sorten und Fruchtige Sorten vorbei.
Kurz gesagt: wenig Zutaten, viel Espresso. Genau unser Ding.
Woher kommt der Freddo?
Der Freddo ist heute fest mit der modernen griechischen Kaffeekultur verbunden. Seine große Karriere begann in den 1990er-Jahren, als Espressokultur in Griechenland immer populärer wurde.
Und weil griechische Sommer nun einmal wenig Interesse an dampfenden Heißgetränken zeigen, wurde der Espresso kurzerhand sommertauglich gemacht.
Dabei trat der Freddo ein Stück weit in die Fußstapfen eines anderen griechischen Klassikers: des Frappé. Der wird traditionell mit löslichem Kaffee zubereitet und war über Jahrzehnte das kalte Kaffeegetränk schlechthin.
Der Freddo brachte dann die Espressomaschine ins Spiel.
Freddo Espresso selber machen
Das Schöne am Freddo: Du brauchst keine komplizierte Ausrüstung. Eine gute Espressomaschine, ordentliche Bohnen, Eis und etwas zum Shaken oder Mixen reichen völlig aus.
Du brauchst:
- einen doppelten Espresso
- Eiswürfel
- optional etwas Zucker
- einen Shaker, Mixer oder Milchaufschäumer
- ein Glas, das nach Sommer aussieht 😊
Bereite zuerst einen doppelten Espresso zu. Wenn du deinen Freddo süß trinkst, gib den Zucker direkt in den noch heißen Espresso und rühre ihn gut ein. Dann kommt der Espresso zusammen mit einigen Eiswürfeln in einen Shaker oder ein geeignetes Gefäß. Kurz und kräftig aufschäumen beziehungsweise shaken, bis der Kaffee kalt und leicht cremig ist. Ein Glas mit frischen Eiswürfeln füllen, Espresso darüber geben – fertig.
Freddo Cappuccino: oben Wolke, unten Wumms
Der Freddo Cappuccino setzt noch einen drauf. Unten wartet der gekühlte Espresso auf Eis, oben kommt eine Schicht kalter, fein aufgeschäumter Milch dazu. Das sieht nicht nur ziemlich gut aus, sondern sorgt auch für ein spannendes Spiel aus kräftigem Kaffee und cremiger Frische.
Wichtig: Wir sprechen hier nicht von einem heißen Cappuccino, in den versehentlich ein paar Eiswürfel gefallen sind.
Die Milch bleibt kalt und wird separat aufgeschäumt. Wenn du einen Blender hast, ist das die beste Wahl, die gekühlte Milch richtig feinporig schaumig zu bekommen. Genau diese kühle, luftige Schicht macht den Freddo Cappuccino aus.
Du bereitest also zuerst deinen Freddo Espresso zu und gibst danach die kalt geschäumte oder gemixte Milch auf den Espresso drauf.
Das sieht einfach hervorragend aus und schmeckt auch so!
Welche Bohnen passen zum Freddo?
Hier wird es interessant.
Kälte verändert unsere Wahrnehmung von Geschmack. Süße, Säure, Bitterkeit und Röstaromen können anders wirken als beim heißen Espresso. Deshalb darf die Bohne für einen Freddo durchaus etwas Präsenz mitbringen.
Klassische italienische Espressomischungen mit schokoladigen, nussigen oder würzigen Noten funktionieren hervorragend. Ein gewisser Robusta-Anteil kann zusätzlich für Körper, Intensität und eine schöne Textur sorgen. Schau hierzu in unsere Lieblingsauswahl schokoladiger Sorten.
Wer es moderner mag, kann aber genauso mit fruchtigeren Arabica-Röstungen experimentieren.
Gerade als Freddo Espresso entstehen dabei überraschend frische und lebendige Tassen. Die passenden Bohnen findest du in unserer Rubrik fruchtige Sorten.
Unsere Empfehlung? Ausprobieren.
Der beste Freddo ist am Ende der, bei dem du nach dem ersten Glas direkt über das zweite nachdenkst.
Süß, mittel oder ohne?
In Griechenland gehört diese Frage praktisch zur Bestellung dazu.
Sketos bedeutet ohne Zucker.
Metrios bedeutet mittel gesüßt.
Glykos bedeutet süß.
Der Zucker wird idealerweise in den heißen Espresso gegeben, bevor dieser heruntergekühlt wird. So löst er sich vollständig auf.
Und falls du dir im Urlaub nur drei griechische Wörter merken möchtest, hast du jetzt immerhin schon einmal die Kaffeeabteilung abgedeckt.
Unser Sommerfazit: Espresso kann auch Flip-Flops
Der Freddo ist kein komplizierter Trenddrink und braucht kein halbes Barregal voller Sirups.
Er ist im Kern erstaunlich einfach: guter Espresso, Eis und bei Bedarf kalter Milchschaum.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum er so gut funktioniert.
Der Freddo nimmt alles, was wir an Espresso mögen – Intensität, Aroma, Charakter – und macht daraus ein Getränk für Tage, an denen der Siebträger zwar heiß laufen darf, du selbst aber lieber cool bleibst.
Also: Eiswürfel ins Glas, Doppelshot ziehen und ein bisschen Griechenland nach Hause holen.
Prost auf den Sommer!