Eigentlich hatten wir ja nicht erwartet, ausgerechnet in Island auf eine so lebendige und qualitativ hochwertige Kaffeekultur zu stoßen – aber genau das ist passiert. Unsere Kollegin ist gerade für einige Wochen in Reykjavík unterwegs und betreibt vor Ort ein bisschen „Kaffee-Journalismus“ – für uns, für euch und für alle, die gutes Kaffeebar-Feeling lieben. Und das Beste: Wir wurden bisher kein einziges Mal enttäuscht.
Die Isländer trinken ihren Kaffee am liebsten schwarz, stark und in großen Mengen – aber immer mit Stil. Ob klassischer Filterkaffee, frisch aufgebrüht im Pour-Over, oder fein abgestimmter Flat White mit samtigem Milchschaum: Hier wird Kaffee ernst genommen – und mit echter Leidenschaft zelebriert. Die Kaffeestandards in Reykjavik sind beeindruckend hoch - selbst in kleinen Cafés wird auf Herkunft, Röstung und Zubereitung geachtet.
Und was uns besonders positiv aufgefallen ist: In beinahe jedem Café wirst Du ganz selbstverständlich gefragt, ob Du Kuhmilch oder Hafermilch möchtest. Diese Achtsamkeit für individuelle Vorlieben gehört hier einfach dazu – und macht den Kaffeegenuss noch entspannter.
Obwohl die meisten unserer Leser wohl nicht sofort einen Flug nach Island buchen, lohnt sich dieser Blick über den Tassenrand allemal. Denn was wir in Reykjavík erlebt haben, ist eine echte Inspiration – für Kaffeegenießer, Barista-Fans und alle, die sich für moderne Röstkultur und kreative Café-Konzepte interessieren. Wir stellen euch in diesem Beitrag die spannendsten Cafés der Stadt vor – allen voran das fantastische Reykjavík Roasters. Und wer weiß: Vielleicht landet Island ja doch bald auf eurer Reiseliste. Es wäre verdient.
Zu Besuch bei Islands Kult-Rösterei
Wer in Reykjavík echten Kaffeegenuss sucht, kommt an Reykjavík Roasters nicht vorbei. Die kleine, unabhängige Rösterei betreibt inzwischen drei Standorte in der Stadt: am Kárastígur, Brautarholt und in der Frederiksgata. Jeder dieser Orte strahlt eine warme, minimalistische und kreative Atmosphäre aus – mit viel Holz, skandinavischem Design und vielen arbeitenden, kreativen Köpfen, die guten Kaffee genauso lieben wie Du.
Gegründet wurde das Unternehmen 2008 unter dem Namen Kaffismiðja Íslands von einer kleinen Gruppe leidenschaftlicher Kaffeeliebhaber, darunter Einar Örn Einarsson, der bis heute zur Seele des Unternehmens gehört. Ihr Ziel: einen Ort schaffen, an dem Kaffeehandwerk, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft auf natürliche Weise zusammenfließen.
Wir selbst waren im Café am Brautarholt – und waren begeistert. Das freundliche, herzliche Personal hat uns erlaubt, zu fotografieren, um die besondere Stimmung vor Ort einzufangen. Besonders beeindruckt hat uns eine riesige, farbenfrohe Wand mit der Frage: „What does your coffee taste like?“ – inspiriert vom weltbekannten Flavour Wheel of Coffee. Diese Wand ist nicht nur ein optisches Highlight, sondern auch eine Hommage an die sensorische Tiefe von Kaffee – und das Beste: Du kannst sie als Poster mit nach Hause nehmen.
Das Café lädt dazu ein, länger zu bleiben. Neben dem köstlichen Kaffee findest Du dort viele Bücher zum Stöbern und sogar das international bekannte Kaffeekultur-Magazin „Standart“. Besonders charmant: Eine kleine „Swap Station“ lädt zum Tauschen ein. Du kannst dort Bücher, Tassen oder Notizbücher hinterlassen – und im Gegenzug etwas anderes mitnehmen. Ein schönes Konzept, das perfekt zur offenen, gemeinschaftlichen Atmosphäre von Reykjavík Roasters passt.
Wer etwas länger bleibt, wird sich zudem über ein besonderes Detail freuen: Im Café steht frisches Wasser kostenlos zur Verfügung – und zwar nicht irgendein Wasser. In Reykjavík fließt reinstes Quellwasser direkt aus Gletschern und unterirdischen Quellen. Es gehört zu den saubersten und besten der Welt – klar, kühl und unverfälscht im Geschmack. Besser kann man seinen Kaffee kaum begleiten.
Ein Schluck Island – nicht günstig, aber großartig
Neben dem Cafébetrieb steht vor allem der eigene Röstkaffee im Mittelpunkt – und der kann sich sehen (und schmecken) lassen. Reykjavík Roasters bezieht hochwertige Bohnen und Spezialitätenkaffees direkt von Farmen in Mittel- und Südamerika, Afrika und Asien und röstet sie in kleinen Chargen in Reykjavík. Im Laden kannst Du verschiedene Kaffeesorten in ganzen Bohnen oder gemahlen kaufen – inklusive saisonaler Raritäten. Aktuell findest Du unter anderem die Sorten Sertao, Da Lagoa, Karimikui, Dona Nenem oder Dona Darko – jede mit eigenem Charakter, von nussig und mild bis intensiv und schokoladig. Die Preise bewegen sich – je nach Sorte und Packungsgröße – zwischen etwa 2.300 und 9.000 ISK (rund 14 € bis 55 €). Besonders beliebt ist das flexible Kaffee-Abo, das vor allem von Einheimischen genutzt wird: Damit bekommst Du monatlich frischen Kaffee direkt nach Hause geliefert. Ergänzt wird das Angebot durch stilvolle Accessoires wie Kaffeetassen, Poster, Geschenkboxen, Geschenkkarten und nützliches Zubehör – alles im typischen Reykjavík-Roasters-Design. So kannst Du Dir ein Stück dieser einzigartigen Kaffeekultur ganz einfach nach Hause holen.