2003
Gründung Espressissimo in Espresso Bar auf Regal, erster Kaffee: Danesi ORO und DOPPIO, erste Espressomaschine: Bezzera. Im Pachtvertrag zur Espresso Bar stand ausdrücklich drin, dass wir als Pächter verpflichtet sind, als Kaffee ausschließlich Danesi aus Rom und Espressomaschinen der Marke Bezzera aus Mailand zu verwenden. Denn unser Verpächter Klaus Pilz hatte diese beiden Hersteller als Distributor in Bayern aufgebaut und wollte die Espresso Bar als Vorzeigeobjekt bewahren. Wir sind daher mit beiden italienischen Marken im Kaffeegeschäft groß geworden und sie haben daher einen besonderen Stellenwert in unserer persönlichen Kaffeegeschichte.
Auch wenn es nicht immer leicht war mit den Herstellern, insbesondere mit den ständig wechselnden Exportmanagern von Danesi, sind beide Traditionsmarken ein fester Bestandteil unseres Shops – bis heute! Die Produkte von Danesi Caffè und Bezzera Milano waren auch die Startprodukte für Espressissimo.de. Der Name Espressissimo.de ist uns schnell eingefallen und nach einer kurzen Recherche bei der Denic war die Domain bestellt und das Projekt Onlineshop gestartet. Ohne jegliche Vorkenntnisse.
2005
Wareneinkauf wird ausgebaut über Warenbezug bei Aromatico, die damals noch in Mainburg waren (jetzt in Bremen seit dem Aufkauf durch einen Eduscho-Erben). Der Onlineshop Aromatico.de hatte seine Wurzeln in einer von uns 25 km entfernten Stadt Mainburg im Hopfenanbaugebiet. Der Inhaber und Gründer Heinrich Schwarz führte dort in 3. Generation eine Art Tante-Emma-Laden im Stadtzentrum. Neben Konserven und geflochtenen Körben standen unzählige Kaffeepackungen verschiedenster Röster herum. Von Illy bis Zicaffe. Für uns war das eine tolle Starthilfe, die wir sinnvoll genutzt haben. Espressissimo.de war natürlich noch ein absolutes Hobby und kein echtes Business. Wir haben das ganze Onlinethema nur nebenher gemacht und auf kleinster Flamme. Rückblickend haben wir hier natürlich wertvolle Zeit vertrödelt, die wir intensiver nutzen hätten können. Aber hinterher ist man immer schlauer.
2007
Das Espressissimo.de Lager wurde vergrößert und ist zu Intertec Components umgezogen. Denn der Versand nimmt stetig zu und die Verpackung und Übergabe an den Versanddienstleister kostet immer mehr Zeit und wird umständlich. Die Espresso Bar und die zusätzlich im Jahr 2003 eröffnete Lounge DOPPELZIMMER wurde nach Pachtvertragsende an unseren Geschäftspartner Markus Zottmaier verkauft. Der noch kleine Onlineshop Espressissimo.de wurde jedoch behalten. Wir wollten mit dem Thema Kaffee damals noch nicht komplett abschließen und hatten noch viel vor mit der jungen Onlinemarke. Die Google Shopping Anzeigen, die sogenannten Adwords, werden quasi blind von uns platziert. Keiner hatte Zeit sich damit intensiv zu beschäftigen. Es wurde ein Budget festgelegt und aufs Knöpfchen gedrückt. Uns war damals nicht klar, dass es viele sinnlose Suchbegriffe gab, die unser Budget weggefressen haben und keine Bestellungen gebracht haben. Erst einige Zeit später haben wir hier eine Agentur herangezogen, die aufgeräumt hat und alle Kampagnen geordnet hat und einzelne Budgets pflegt. Sehr gut entwickelten sich neben Kaffee auch die vielen Röster Kaffeetassen. Besonders Lucaffe und La Brasiliana Tassen waren beliebt.
2009
Ausbau Sortiment – damals vor allem Bohnenkaffee bekannter Marken wie Nannini aus Sienna und La Brasiliana. In dieser Zeit haben wir auch die ersten Röstereien besucht. Der erste Besuch ging nach Rom zu Danesi. Ein sehr schöner Besuch an den wir uns immer noch gerne zurück erinnern. Erste Röster sprechen uns an und fragen uns, ob wir nicht direkt den Kaffee beziehen wollen. Allen voran Mocambo mit Ralf Rüdiger. Hier wurden wir von Anfang an als Kunde behandelt und nicht als Bittsteller, wie es bei manchen anderen Röstern der Fall war. Vielen Röstern war unsere geografische Nähe zu Aromatico.de zu nahe und man befürchtete Probleme, wenn sich zwei ambitionierte Onlinehändler in Bayern in die Quere kommen. Jedoch war es nie ein echtes Problem und die Italiener hatten lediglich noch die alten Regionalstrukturen im Kopf. Jeder verkauft quasi um seinen Kirchturm herum und fertig. Das Onlinegeschäft, das ja grenzüberschreitend und sogar international ist, war den Röstern irgendwie bis heute suspekt und wurde kritisch betrachtet. Denn nach wie vor war das Gastronomiegeschäft für die kleineren Röster das A und O. Onlinegeschäfte haben nur „Verrückte“ gemacht.
2011
Unser Name ist ein Problem – schwer zu sprechen, zu lesen und zu merken – die Lösung: wir kleben auf jeden Kaffeebeutel einen kleinen Aufkleber. Dort steht, dass man beim letzten Kaffeepaket doch bitte bei Espressissimo nachbestellen sollte. Wir haben gefühlt 25.000 mal diesen Aufkleber verklebt. Rückblickend weiss man ja nie, welche Werbemaßnahme etwas gebracht und welche umsonst war. Ein guter Freund meinte, 50% der Werbung sind aus dem Fenster geworfen, nur welche 50% das sind weiss man nicht. Man muss also alles machen und Glück haben, auch mal das Richtige gemacht zu haben. Ob es die Aufkleber waren weiß ich nicht. In unserem neuen Haus wurde nun im Keller ein kleines Fotostudio aufgebaut und konsequent alles selbst fotografiert. Denn zunehmend waren Abmahnungen in der Branche verbreitet, wenn man fremde Bilder verwendet hat.
2013
Herr Heinrich Schwarz (Inhaber Aromatico.de) kündigt aufgrund der Größe und zunehmender Konkurrenz die Zusammenarbeit mit Espressissimo. Die sehr starke Abhängigkeit der Belieferung durch Aromatico musste nun schnell gelöst und neue Lieferanten und Bezugsquellen gefunden werden. So haben wir auch viel bei anderen Onlienhändlern wie Kaffeezentrale und Espresso-International eingekauft. Der Nachteil jedoch wurde schnell offensichtlich – wir waren Kudnen zweiter Klasse und haben neben schlechten Preisen auch nur etwas bekommen, wenn genug ware am Lager war. Oft eben auch nichts und wir haben dadurch unsere Stammkunden nicht bedienen können. Diese unbefriedigende Situation hat uns zu denken gegeben. Wir dachten neben unserer problematischen Belieferungssituation auch an die vielen anderen kleinen Onlinehändler, die die gleichen Probleme haben mussten. Zu klein für einen Direktbezug aus Italien (insbesondere mit der lästigen deutschen Kaffeesteuer) und zu groß und unbequem für die Onlinehändler. Daher kam es zur Gründung der Kaffee.de GmbH als neuer Kaffee-Großhändler. Mit unserem Geschäftspartner Andreas Goclik wurde das Kaffee-Großhandelsgeschäft neu erfunden. Weniger das Thema Import-Export stand im Vordergrund, sondern die Optimierung der Prozesse, allen voran der Logistik- und Auftragsprozess. Darüber hinaus auch die reine Verfügbarkeit und zur Verfügungstellung von Bildern und strukturierten Produktdaten, was bis dahin noch nicht existierte. Dies war der Startschuss für eine erfolgreiche Expansion auch für Espressissimo.de als erster großer Kunde der Kaffee.de GmbH (damals noch unter dem Namen OPAG).
2015
Neuer Shopware-Shop wird eingeführt. Der Druck zur Innovation wird in der Branche, auch durch Amazon & Co., immer größer. Die Kunden werden immer anspruchsvoller, vor allem auch in der Liefergeschwindigkeit und Frische des Kaffees. Der neue Shopware 5 Shop war einer der ersten in der Kaffeebranche, bis dahin war OS Commerce, Magento und Strato noch sehr üblich. Bis heute haben wir dieses Shopsystem und sind sehr happy damit. Die neue Kacheloptik auf der Startpage, die bessere Googlelesbarkeit, die werblichen Möglichkeiten und Performance wie Ladegeschwindigkeit wird endlich besser und wir spielen ganz vorne mit. Am 23.12.2015 wird der neue Shop mit langer Vorbereitung durch unsere Werbeagentur typneun und die Bauer Group online geschalten. Natürlich klappt am ersten Tag nicht alles und unser Alleskönner Karl Bauer hat am Heiligabend noch alles gefixt und zum Laufen gebracht, so dass wir keine großen Umsatzausfälle zu beklagen hatten.
2017
Implementierung MML (Multi-Mandanten-Lager) mit Kaffee.de im Lager Straubing. Das ewige Umlagern aus dem Lagerplatz der Kaffee.de zu Espressissimo hat Zeit und Geld gekostet. Daher lag es nahe auch hier eine EDV basierte Lösung zu finden. So entstand das MML System, eine Art Schnittstelle auf die Espressissimo zugreifen konnte und virtuell ins Lager der Kaffee.de GmbH greifen konnte. Es musste so kein Kaffee mehr umgelagert werden, sondern „on-the-fly“ gepickt und verpackt werden. Dieses System ist mittlerweile so erfolgreich, dass auch viele andere Kaffeeonlineshops wie kaffeestore24.de nach Straubing umgezogen sind. Über die Schnittstelle, der sogenannten API, werden alle Shop-Bestellungen von Espressissimo.de automatisch an die Logistik übertragen und abgewickelt. In den Shop zurück kommen alle MHD- und Lagerbestandsdaten. Erst jetzt können wir effizient arbeiten und skalieren. Das
Geschäft mit den ESE Kaffeepads wird immer erfolgreicher, denn immer mehr Kunden steigen von den Nespressokapseln auf ökologischere Einzelportionssysteme um. Als einzige echte alternative sind hier ESE Pads ganz vorne dabei.
2019
Unsere Kunden legen immer mehr Wert auf die Meinung anderer Kunden und deren Erfahrungen mit uns und unseren Produkten. Daher war es naheliegend auch bald die Einführung vom Shopbewertungssystem Trusted Shops anzugehen. Sowohl der Shop als auch die einzelnen Produkte werden seitdem von verifizierten Kunden bewertet und führen zu echten Meinungsbildern. Wir sind stolz darauf bei einem tollen Trust von 4,92 (von maximal 5,0) zu sein. Ein Dankeschön an alle unsere Kunden! Seitdem haben wir auch viele andere Auszeichnungen wie etwa Computer Bild bekommen.
Neben den Bewertungen werden auch unsere Pakete immer hübscher. Wir bedrucken nun erstmals Klebebänder mit jahreszeitlich ändernden Bedruckungen. Der Shop wird ohnehin immer hübscher, denn wir können über wenige Klicks im Logistikprogramm Fotoaufträge erstellen und so die Bildqualität im Shop signifikant verbessern.
2021
Neben den Lieferkettenproblemen haben wir mit ersten Preissteigerungen zu kämpfen. Diese sollen in den nächsten Jahren jedoch noch zunehmen. Wir bauen antizyklisch jedoch auf Expansion und investieren neben unserem ersten Azubi (Kaufmann im eCommerce) auch in unseren ökologischen Fußabdruck. Das Biosortiment wächst und wir führen den plastikfreien Versand ein. Luftpolsterfolie & Co werden aus unseren Paketen verbannt. Dies kostet zwar mehr, ist uns aber wichtig. Die beschrifteten Klebebänder werden durch eine Beschriftungsmaschine am Packband ersetzt und drucken quasi on the fly unser Logo und Slogans auf die Pakete. Der Erfolg gibt uns Recht und so begrüßen wir den 200.000 Kunden in unserem Shop. Während alle unsere Shop-Kollegen, zu denen wir meist ein tolles Verhältnis pflegen, etwas stöhnen und schwarz-malen, sind wir weiter optimistisch. So übernehmen wir Espresso Revolution, einen kleinen Onlineshop und übernehmen Kaffeemarken wie Torrisi, Morosito und Taibbi in unseren Onlineshop, alles sizilianische Röstereien.
2023
Neuer Slogan „Mach dich zum Barista!“ wird erfunden. Wir setzen voll auf den Homebarista und seine Wünsche. Der Shop wird zum 20 jährigen komplett umgestaltet. Das Logo verschlankt, die Bildsprache moderner und die Landingpages, das Blogmagazin und vieles mehr angepasst. Unsere Socialmedia Aktivitäten erreichen ihren bisherigen Höhepunkt mit TikTok-, Insta- und Linkedin Accounts, die wir bis dahin nicht kannten. Statt Bildern werden nun vor allem kleine Vidoes gedreht und als Reels veröffentlicht. Wir lernen auch nach 20 Jahren immer noch dazu! Im April beziehen wir noch unser neues Lager bei LSM unweit von Straubing und dann freuen wir uns auf viele tolle Aktionen im Laufe des Jahres. Prost und auf die nächsten 20 Jahre.
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2025
Unser Concept-Store schlug ein wie eine Bombe. Obwohl es in Freising an gefühlt fast jeder Strassenecke eine Caffe-Bar gibt, wurde unser Kaffeeladen vom ersten Tag an ein echter Publikumsmagnet – Überraschung! Wir wurden Dank unserer italienischer „al Banko“ Preise von 1 Euro für einen Espresso und 2 Euro für einen Cappuccino schnell mit dem Synonym „wie in Italien“ verbunden. Das hat also ohne echte Marketingstrategie super geklappt. Die Kunden kommen mittlerweile nicht mehr nur aus der nahen Umgebung, sondern aus ganz Bayern und viele halten bei uns auch extra bei Urlaubsfahrten an – echt krass.
Unsere Baristakurse sind jetzt fast alle 2 Wochen und meist ausgebucht. Liegt an unseren top Baristi und dass jeder Kunde auch eine eigene Homemaschine verwenden darf und nicht alle um eine 2 gruppige Gastromaschine stehen müssen, wie bei anderen Kollegen.
Insgesamt sind wir top zufrieden und freuen uns, wenn wir etwas die Abhängigkeit zu Google & Co. verringern können. Wenngleich wir natürlich immer noch an unserem neuen Shopware Shop 6 tüfteln und diesen bis September fertig haben wollen. Dann beginnt auch da ein neues Zeitalter! Wir sind gespannt.